Liebe Anka – Dein Ökofaschist

gruenekaarstschwarzIm Rahmen der Recherchen für sein neues Buch „Neukölln ist nirgendwo“, wo er u. a. eine polnische Reinigungskraft durch Berlin begleitete, fand der Berliner Journalist Ramon Schack auf dem Küchentisch eines linken Berliner Ökohaushaltes folgendes Kündigungsschreiben. Vermutlich wird es als Paradebeispiel für den unterschwelligen Rassismus der deutschen Ökoszene in die Annalen des deutschen Ökospießertums eingehen. Der Brief ist so schräg, dass man insgeheim denkt es kann
eigentlich nur um ein Fake handeln … Aber lest selbst:

“Liebe Anka, wie wir feststellen mussten, haben Sie sich nicht daran gehalten, so wir es Ihnen nahegelegt hatten ,vegane Putzmaterialien zu verwenden. Es mag in Ihrem Heimatland üblich sein, sich nicht um ökologische Belange zu scheren, aber hier bei uns verfolgt man einen ökologischen, nachhaltigen Ansatz, zum Schutz unserer Umwelt. Das gilt auch gerade für die Hauswirtschaft. Sie kennen vielleicht den Slogan“Think globally, act locally“. Das ist Englisch und bedeutet so viel wie, “Denke global, aber handele regional.“ Ihr Hinweis, Sie könnten sich keine ökologisch abbaubaren Reinigungsmittel leisten, ohne den jetzigen Stundenlohn zu erhöhen, hatte Ihnen mein Ehemann ja neulich eindeutig widerlegt, in seiner Aufstellung. Hätten Sie bei Ihrer Tätigkeit, hier in Berlin, v
on Anfang an einen nachhaltigen Ansatz verfolgt, wären Ihnen keine Unkosten entstanden. Ferner hatten wir Ihnen- in unserem letzten Schreiben-eine Liste beigefügt, wo Sie günstig die von uns erwünschten Produkte hätten erwerben können. Wie wir leider feststellen mussten, benutzen Sie immer noch umweltschädliche Allzweckreiniger und Reinigungstücher. Das Selbe gilt für die von Ihnen verwendete Schmierseife, Scheuermilch, sowie für die Laminat – und Korkpflege, als auch für die Parkettpflege. Unsere Katze Rosa wirkt jedes Mal verstört, nachdem Sie in unserer Wohnung waren. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, das Arbeitsverhältnis mit dem heutigen Tage zu beenden. Hinterlegen Sie die Wohnungsschlüssen bitte auf dem Küchentisch. Vielleicht sollten Sie auch in Erwägung ziehen, sich in Polen eine Stelle zu suchen, um unsere Umwelt zu schonen und diese nicht durch Ihr permanentes pendeln- per PKW- zu strapazieren.“ MfG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.